Fließfertigung


Fließfertigung
Fließ|fer|ti|gung 〈f. 20; unz.〉 Produktion von Massengütern am Fließband

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Fließ|fer|ti|gung, die:
Fertigung in Fließarbeit.

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Fließfertigung,
 
Organisationstyp der Fertigung, bei dem Betriebsmittel (Zubring-, Bearbeitungs-, Mess- und Steuereinrichtungen) und Arbeitsplätze in lückenloser Folge der Arbeitsgänge in Fertigungslinien oder -straßen angeordnet sind. Eine Fertigungslinie, die durch Aneinanderreihen von Werkzeugmaschinen gebildet wird, bezeichnet man im Allgemeinen als Maschinenstraße. Sind die Stationen einer Fertigungslinie nur lose miteinander verbunden und muss an ihnen nicht mit genau derselben Geschwindigkeit gearbeitet werden (zwischen den Stationen existieren Pufferlager), spricht man von Fließreihenfertigung oder Reihenfertigung. Fließfertigung mit zeitlicher Bindung der Arbeitsabläufe (Zwischenlagerbildung wird weitgehend vermieden) kann als Takt-, Transferstraßenfertigung oder verfahrenstechnische Fließfertigung (Zwangslauf- oder Prozessfertigung; vorwiegend zur Erzeugung homogener Massengüter, z. B. in der Stahlerzeugung oder der chemischen Industrie) erfolgen. Bei der Taktfertigung sind die Arbeitsinhalte und -abläufe aller miteinander verbundenen Stationen nach der gleichen Taktzeit abgestimmt. Bei der Fließbandfertigung als spezieller Form der Taktfertigung sind die Stationen zusätzlich durch ein Transportband miteinander verbunden (Zeit- und Transportzwang). Eine Weiterentwicklung der Fließfertigung ist die vollständige Automatisierung der Arbeitsgänge bei Transferstraßen und flexiblen Fertigungssystemen. Während bei Transferstraßen mehrere Maschinen oder maschinell gesteuerte Anlagen in einer Fertigungslinie verkettet sind, steuert bei flexibler Fertigung ein Computer sowohl die verketteten Einzelmaschinen, die alle oder nur bestimmte Bearbeitungsfunktionen an verschiedenen fertigungsverwandten Werkstücken ausführen können, als auch den Materialfluss (CIM).
 
Die von H. Ford in der Automobilindustrie bereits in den 1920er-Jahren eingeführte Fließfertigung ist für das Unternehmen vorteilhaft durch Minimierung der Durchlauf- und Wartezeiten, exakt planbaren Materialverbrauch, Senkung der Produktionskosten und hohe Produktivität. Sinnvoll ist sie nur bei der Fertigung von gleichartigen Produkten in großen Serien. Ihr reibungsloser Ablauf muss durch ausgereifte und fertigungsgerechte Konstruktionen sowie durch sorgfältige Arbeitsvorbereitung gesichert werden. Nachteile der Fließfertigung sind eine relativ geringe Flexibilität, vergleichsweise hohe Kosten bei Änderung des Produktionsprogramms beziehungsweise Störungen des Produktionsablaufs, hohe Kapitalbindungskosten (v. a. bei automatisierten Fließsystemen) sowie negative Auswirkungen auf die Mitarbeiter durch die sich aus der Fließfertigung zwingend ergebende Monotonie und die vorgegebene rasche Taktfolge.
 
Im Zuge der Humanisierung der Arbeit, v. a. aber aufgrund zunehmender Klein- und Mittelserienfertigung durch Individualisierung der Nachfrage gingen Unternehmensleitungen in den letzten Jahren vielfach dazu über, Fließbandarbeit durch neue, flexiblere Organisationstypen der Fertigung zu ersetzen. So werden z. B. in Fertigungsinseln Produkte mit ähnlichen Fertigungsanforderungen komplett bearbeitet und damit Transportwege und Durchlaufzeiten reduziert. Nach dem Prinzip der Gruppenarbeit (Arbeitsgruppen) erfolgt in den Fertigungsinseln nach zentraler Zuweisung der Aufträge und Vorgabe von Endterminen eine dezentrale, eigenständige Steuerung des Produktionsprozesses, die auch Arbeits- und Terminplanung, Qualitätskontrolle sowie Instandhaltung der Maschinen und Anlagen einschließt.

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Fließ|fer|ti|gung, die: Fertigung in Fließarbeit: Sie (= 8 000 neue Wohnungen) entstehen in der Takt- und Fließfertigung (Freie Presse 26. 11. 88, 3).

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme:

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